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,Die von Mansbergs
 

 

Rekonstruktion des Wappen der Mansbergs

 

Ritter Karsten von Mansberg nebst Yvonne von Elsass

 

Das Mittelalter der Mansbergs

Es war im Januar 2010, als mich mein Freund und früherer Nachbar Andreas fragte, ob ich nicht Lust hätte mal ins Mittelalter reinzuschnuppern. Das Fieber Mittelalter erwischte mich schon nach der ersten Veranstaltung und ich begann mich mit den verschiedenen Adelsfamilien in unserer Gegend auseinanderzusetzen. Anfangs etwas schwerfällig, aber nachdem Andreas mich dann auf die Mansbergs gestoßen hatte, befasste ich mich intensiv mit deren Geschichte. Schnell war klar, dass diese Darstellung genau die richtige für mich war. Ich begann also mir meine ersten Gewandungen selbst zu nähen und verschiedene Dinge wie Möbel und Ausrüstungsgegenstände herzustellen und zu kaufen.

 

Im Mai 2010 lernte ich dann meine Partnerin Yvonne kennen und wir besuchten die Schwabenritter auf dem Mittelaltermarkt in Göppingen. Schon kurze Zeit später lagerten wir in Loch zum ersten Mal bei ihnen mit. Seit diesem Zeitpunkt sind wir zusammen mit unseren Kindern ein fester Bestandteil der Gruppe.

 

2010 durften wir noch im Leihzelt mit den Schwabenrittern mitlagern, aber schon 2011 kauften wir unser erstes eigenes Zelt. 2012 kauften wir dann unser zweites, nachdem das erste schon nach kurzer Zeit marode wurde und bauten unsere Ausstattung an Möbeln, Truhen und Betten aus. Das Bauen der Möbel und Ausrüstungsgegenstände fällt mir als ehemaliger Schreiner leicht, auch arbeite ich gerne mit Leder.

 

Auf unseren Lagern ziehe ich meist mit dem Kyfer vom Tiefenbach in die Schlachten. Auch ist in der Zwischenzeit noch das Spiel mit dem Feuer dazugekommen, wo ich mich mit den Feuerschwertern, dem Langstab und der Funkenschleuder beschäftige.

 

Meinen ältesten Sohn habe ich dem Kyfer zur Ausbildung überlassen, er dient ihm als Knappe.

 

  



 

Karsten von Mansberg                              

 
 
 
 
 
 
 
Yvonne von Mansberg

Simon von Mansberg (Knappe des Kyfers)

 

Vanessa von Mansberg

 

Lisa von Mansberg

  


Dennis von Mansberg

 

 

 

Lea von Mansberg

 

 

Die Geschichte der Herren von Mansberg

 

Die Mansberg ist eine der drei Burgen im Waldgebiet am Käppele und trägt keinen typischen Burgennamen. Der Name ist wie bei den zwei anderen, Bol und Tiefenbach von einem Flurnamen abgeleitet, der die Stelle kennzeichnete, auf der die Burg erbaut wurde. Der Name ist vielleicht schon 1292 als Manzemberg belegt.

Der erste Burgherr ist mit großer Wahrscheinlichkeit bekannt. Zwischen 1287 und 1295 steht achtmal in Zeugenlisten vor allem teckischer  Urkunden der Ritter Berthold von Mannisperc, der als Vater der Brüder Berthold (1299/1323) und Volmar (1317/13) von Mansberg gelten kann. Das Wappen der Familie, der geschachte Schild, lässt ebenso wie die Zugehörigkeit zur teckischen Ministralität vermuten, dass er wie die Kyfer von Tiefenbach zur Familie der Vinken vom Schlossberg gehörte. Vielleicht handelt es sich auch bei den ersten Burgherren auf Mansberg um einen Sohn des 1240 genannten Ritters Eberhard von Schlossberg.

In den Jahren 1299 bis 1323 werden die Brüder Berthold und Volmar oft gemeinsam in Urkunden genannt. Seit 1314 werden sie als Ritter bezeichnet. Sie gehören zu den Dienstleuten bzw. zum Gefolge der Teckherzöge, leisteten aber auch den Herzögen von Österreich Dienste, die am 13.Dezember 1303 von Herzog Hermann von Teck dessen Hälfte der Herrschaft von Teck gekauft hatten.

Die beiden Mansberger müssen sich kurz nach Beginn des Thronstreits zwischen Herzog Friedrich von Österreich und Herzog Ludwig von Bayern den Österreichern für (Kriegs-)Dienste zur Verfügung gestellt haben. Es ist anzunehmen, dass die zwei Brüder zu der Gruppe von 12 Helmen gehörten, die zu dem teckischen Aufgebot gehörten, die den Thronstreit bei der Schlacht von Mühldorf am Inn 1322 entschieden. Bei dieser Schlacht wurde Herzog Friedrich von Österreich gefangen genommen.

Ein Vertreter der nächsten Generation war der Ritter Burkhard von Mansberg (1353/81), vermutlich ein Sohn Volmars, der mit Agatha von Truchsessen von Urach zu Salmendingen verheiratet war. Zunächst stand er in den Diensten Friedrichs von Teck und übernahm Aufgaben in der Verwaltung von Pfandschaften in Tirol, Bayern und Schwaben. 1352 besiegelte er zusammen mit dem Ritter Ulrich Kyfer eine Urkunde, mit der Friedrich seine Hälfte der Herrschaft Teck an die Württemberger verpfändete. Noch in zwei weiteren Urkunden findet sich sein Siegel, darunter die Urkunde, in welcher Friedrich die Herrschaft Teck endgültig an die Württemberger verkaufte. Burkhard stand zu dieser Zeit schon nicht mehr in teckischen, sondern in Württembergischen Diensten. Zwischen 1381 und 1383 verstarb Burkhard und hinterließ vier Söhne, Burkhard (1383/87) und Berthold (1383/87), die Chorherren in Augsburg waren. Burkhard von Mansberg (1383-1417) spielte eine bedeutsame Politische Rolle im Südwesten des Reiches, sowie Volmar und Buppelin von Mansberg.

1388 flammte der Krieg zwischen den Reichsstädten erneut auf und am 23.August 1388 erlitt ein Reichstädtisches Heer  bei Döffingen eine vernichtende Niederlage. Die Esslinger verheerten unter Führung ihres Hauptmanns Burkhard von Mansberg einige Wochen später württembergisches Gebiet. So ist bekannt, dass in Grötzingen, bei dem Versuch eines Ausfalls aus der Stadt, 56 Grötzinger gefangen genommen und acht erschlagen wurden. Nach 1410 zog sich Burkhard auf die Burg Wehrstein zurück. 1418 verstarb Burkhard und die Herrschaft Wehrstein ging 1419 an die Herren von Weitingen. 1420 erhielt sein Sohn Burkhard die Burg Obernau  bei Rottenburg zu Lehen. Diese Burg, von der nur noch der Turm erhalten geblieben ist, wurde zum Wohnsitz von ihm und der Familie Mansberg. Burkhard ist wahrscheinlich als württembergischer Gefolgsmann im Kriegszug gegen die Hussiten umgekommen. Seine Söhne Burkhard und Heinrich gingen 1431 zusammen mit 200 schwäbischen Adligen nach Böhmen, um dort mit dem Reichs- und Kreuzzugsheer gegen die Anhänger des Reformers
„Jan Hus“ zu kämpfen. Burkhard fiel wahrscheinlich gleich in der ersten Schlacht.

Mit dem Wegzug der Mansberger von Dettingen um 1400, der mit dem Verkauf ihres dortigen Besitzes bis 1415/17 abgeschlossen war, wurde die ehemalige Burg als herrschaftlicher Wohnsitz aufgegeben. Möglicherweise bestand noch längere Zeit ein wohl bäuerliches Anwesen in der früheren Vorburg. Über die Burg Mansberg gibt es nach dieser Zeit keine weiteren Nachrichten mehr. Sie wird bald darauf in Abgang geraten sein.

(Quelle Buch: Dettingen unter Teck 1251-2001,Beiträge zur Ortsgeschichte)